Fantastische Reise ins Gehirn

Wie Neurochirurgen sich im Gehirn orientieren

Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz

  

Spezielle Computerprogramme generieren in Neuronavigationssystemen aus CT- und MRT-Daten ein dreidimensionales Modell des Gehirns. In diesem Fall sind vor allem die großen venösen und basalen arteriellen Hirngefäße (dunkelrot / hellrot), sowie die motorischen Bahnen (violett-türkis) zu sehen, darüber hinaus ist klar ein Tumor erkennbar (grün)Wissenschaftler der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik bieten Besuchern des Wissenschaftsmarktes spannende Einblicke in das menschliche Gehirn und in modernste Navigationsverfahren bei neurochirurgischen Eingriffen. Zu diesen Eingriffen zählen u.a. die Versorgung von Hirngefäßerkrankungen wie Aneurysmen oder Angiomen oder von Tumoren des Zentralen Nervensystems, der Schädelbasis oder der Hypophyse. Diese Eingriffe sind stets eine große Herausforderung, denn bei Operationen im Gehirn kann nicht mit einer Sicherheitszone gearbeitet werden. Jedes Jahr erkranken etwa 8.000 Deutsche neu an einem Tumor des Gehirns oder Rückenmarks. Unter dem Titel "Wie findet der Neurochirurg den Weg zum Tumor" demonstrieren die Wissenschaftler anhand eines Modells von Schädel und Gehirn mit Tumor, wie moderne Neuronavigationsverfahren funktionieren: Solche Verfahren spielen sowohl bei der Planung als auch bei der Operation selbst heutzutage eine wichtige Rolle. So können speziell entwickelte Computerprogramme die Bilddaten eines Patienten dreidimensional darstellen und es kann der optimale Operationsweg anhand eines solchen Modells berechnet und festgelegt werden. Damit ist eine individuelle, auf den einzelnen Patienten abgestimmte Operationsplanung möglich. Während des Eingriffs gibt die Neuronavigation dem Chirurgen Sicherheit bei der Orientierung. Ebenfalls mithilfe moderner Neuronavigation untersuchen die Neurochirurgen gezielt kleinste Bereiche von Blutgefäßen des Gehirns und können mittels Ultraschall die Flutflussgeschwindigkeit messen. Hier haben die Besucher die Möglichkeit, ihre eigenen Blutgefäße untersuchen zu lassen.
Die Neuroendoskopie schließlich ist ein Verfahren, mit dem schwer zugängliche Hirnareale über kleine Zugangswege erreichbar werden und Erkrankungen in diesen Gebieten können dann mittels minimal invasiver Verfahren behandelt werden. Auf dem Wissenschaftsmarkt stellen die Neurochirurgen die Neuroendoskopie auf spielerische Art und Weise vor: Mit einem Endoskop können große und kleine Besucher in einem Aquarium auf Schatzsuche gehen.

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